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: : : Innovationspreis Kunst - seit 1995 : Innovationspreis Kunst 1998

Innovationspreis Kunst 1998

Ingun Bjornsgaard Prosject, Norwegen

Ingun Bjørnsgaard Prosject

"Die norwegische Choreographin Ingun Bjørnsgaard schiebt das klassische Ballett zwischen Parodie und strengem Formalismus auf neue Bahnen." (Arnd Wesemann, ballett international/tanz aktuell)

Nach der Compagnie Taffanel (Frankreich), dem Taipei Dance Circle (Taiwan) und der Multimedia-Performance-Künstlerin Laurie Anderson (USA) ist das Ingun Bjørnsgaard Prosject mit dem Stück The Solitary Shame Announced by a Piano 4. Preisträger des Aachener Innovationspreises Kunst der Ludwig Stiftung. Das Stück wurde u.a. in der jährlichen Kritikerumfrage von ballet international als eine der wichtigsten Produktionen  1998 genannt.

Ingun Bjørnsgaard absolvierte Ihre Ausbildung an der Staatlichen Balletthochschule in Oslo und an der Martha Graham School in New York. Seither arbeitet sie in erster Linie als Choreographin. Ihr bewusster Umgang mit choreographischer Komposition beruht auf Ihrer vielfältigen Erfahrung mit Stilen und Konzepten. Ihr eigenes Bewegungsvokabular entwickelt Ingun Bjørnsgaard aus den Einflüssen des klassischen Balletts, des zeitgenössischen Tanzes und theatralischer Ausdrucksmittel.

1992 gründete sie ihre eigene Compagnie, das Ingun Bjørnsgaard Prosjekt, mit der sie die Produktion "Jomfruer i norsk landskap" erarbeitete. Mit diesem Stück gelang ihr erster großer Durchbruch und sie erhielt den ersten Preis bei dem norwegischen Choreographie-Wettbewerb für zeitgenössischen Tanz in Kopenhagen. Es folgte das Projekt "Alminnelig Olympia", mit dem sie 1994 zum Rencontres Chorégraphiques Internationales de Bagnolet nach Frankreich eingeladen wurde. Die genaue Untersuchung und darauf folgende Dekonstruktion von mythologischen Frauenbildern bildete auch in dem nächsten Stück "Sleeping Beauty" den Themenschwerpunkt. Wie in ihren vorherigen Stücken stehen die formale Balance sowie das Spiel mit Tabus und Konventionen unserer Zeit im Mittelpunkt dieser choreographischen Arbeit. Für "Sleeping Beauty" wurde sie 1995 mit dem norwegischen Kritikerpreis für Ballett und Tanz geehrt.

Mit ihrer Arbeit "The Flux Position of an Insulted Eye" schlug die Choreographin eine neue Richtung ein. Die formale Eleganz bleibt erhalten, aber wird durch verrückt-komische theatralische Momente angereichert. "The Flux Position of an Insulted Eye" wurde als finaler Höhepunkt des Festivals "Junge Hunde 96" auf Kampnagel von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeiert. In ihrer Produktion "The Solitary Shame Announced by a Piano" betrachtet Ingun Bjørnsgaard das Spannungsfeld zwischen Scham und Eitelkeit. Dabei geht s ihr um die Erfahrungen mit dem Anderen im privaten und öffentlichen Raum, den subjektiven und den objektiven Blick und die Idee, sich selbst zu reflektieren. Sie spielt mit Erinnerungen an schamvolle Momente, in denen man vergeblich hofft, im Boden versinken zu können. Beeinflusst von persönlichen Anekdoten und alltäglichen Erfahrungen der Tänzer erzählt Ingun Bjørnsgaard mit subtilem Humor kleine Geschichten über körperliche Unannehmlichkeiten, erotischen Hunger, unerwünschte Phobien und schlechtes Benehmen.

Preisverleihung: 15. November 1998

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