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Doug Wheeler
* 1939 Arizona, lebt und arbeitet in Venedig und Los Angeles
Light incasement (Licht Viereck)
1971
Neon-Röhre, mattiertes Acryl-Glas
233 x 233 cm |
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Doug Wheeler gehört zu den großen Licht-Raum-Künstlern der sechziger Jahre. Mitte der sechziger Jahre begannen amerikanische Künstler bei der Suche nach neuen revolutionären künstlerischen Gestaltungsmitteln mit der Entwicklung von Lichtskulpturen. Nennen lassen sich etwa die Westküsten-Künstler Robert Irwin, Maria Nordmann, James Turrell und Doug Wheeler und die New Yorker Dan Flavin und Keith Sonnier. Dabei ging es den Künstlern weniger um eine Verbindung zur Technik, wie sie etwa durch das CAVA in Kalifornien oder das MIT in Massachusetts gefördert wurde, als vielmehr um "Malerei" mit Licht in der Tradition von Minimal Art und Farbfeldmalerei.
Color-Field und Hard-Edge als die bedeutendsten Strömungen der amerikanischen Kunst der sechziger Jahre hatten die der Farbe innewohnende Räumlichkeit und Tiefenwirkung, aber auch die psychische Wirkung von Farbe im Sinne von Bauhaus und Albers betont. Künstler der Minimal-Art wiederum - so Sol Le Witt, Robert Morris und Donald Judd - brachten mit klaren geometrischen Strukturen die Wirkung von Licht und eine sensibilisierte Wahrnehmung von Raum zur Anschauung. Damit waren die künstlerischen Voraussetzungen für die amerikanische Lichtkunst der sechziger Jahre geschaffen.
Doug Wheelers "Licht-Viereck" von 1971 ist ein quadratisches Feld, das von einer Neonröhre in einem mattierten Acryl-Glas-Kasten begrenzt wird. Dieser "Rahmen" erstrahlt in kaltem gleißenden hellen Blau, das zum Zentrum hin zunächst zum tiefen satten Kobaltblau und schließlich - in der Mitte - nahezu schwarz wird. Um den Effekt des - wie Wheeler es nennt - "null field", des schwarzen Feldes in der Mitte möglichst exakt heraus zu arbeiten, war es nötig, vor allem auch die Ecken des Werks präzise auszuleuchten. Dies war erst durch individuell gefertigte Neonröhren möglich, wie sie Wheeler in der Aachener Arbeit zum erstenmal anwendet. Die Größe des "Licht-Vierecks" orientiert sich am Zusammenspiel von Betrachter, Raum und Neonlicht: Mit 233 x 233 cm überragt die Arbeit menschliche Dimensionen, ohne dabei unüberschaubar zu werden; zugleich war das Maß auf die leuchttechnischen Möglichkeiten abgestimmt.
Wheelers größte Sorge galt der ungestörten Präsentation im Raum, bei der jede Reflexion ausgeschlossen werden sollte. Die jeweils gegenüberliegende Wand mußte daher rein weiß und vollkommen frei sein. Nur auf diese Weise - so Wheeler - entsteht die beabsichtigte magische Fläche: ein verlaufendes monochromes Farbfeld mit "black whole effect", das eine unendliche Tiefe suggeriert, die Museumswand optisch dematerialisiert und jede Farbe absorbiert. Das "Licht-Viereck" schafft einen neuen "reinen" Raum, der in sanften Übergängen vom weißlich-opalen Rand über eine mythisch blaue Sphäre, die an Meerestiefe, Äther oder spirituelle Stimmungen denken lässt, hin zu einer nahezu hypnotisierenden Leere führt, in der das Auge durch nichts mehr abgelenkt werden kann.
(Annette Lagler)
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