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: Ausstellungen/Exhibitions : Achiv 2001 bis heute : Ausstellungen 2008 : Kunstpreis Aachen 2008

Kunstpreis Aachen 2008

12.12.2008

Aernout Mik, Osmosis and Excess, 2005

Der niederländische Künstler Aernout Mik erhält den Kunstpreis Aachen 2008. Die Jury zum Kunstpreis entschied sich nach intensiver Diskussion einstimmig für Mik, der spätestens seit dem Erfolg seiner Arbeiten "Reversal Room“, "Glutinosity" und "Middlemen“ (alle 2001) zu den international anerkanntesten Videokünstlern seiner Generation gezählt wird.

Zur Jury gehörten: Sir Norman Rosenthal, Royal Academy of Arts, London; Wim van Krimpen, Gemeentemuseum Den Haag; Prof. Dr. Stephan Berg, Kunstverein Hannover; Harald Kunde, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen und Dr. Joachim Plum, Kuratoriumsvorsitzender und Vorsitzender des Vereins der Freunde des Ludwig Forums.

Die Preisübergabe und die dazugehörige Ausstellungseröffnung wird am 12. Dezember im Aachener Ludwig Forum für Internationale Kunst stattfinden.

Die über die Jahre immer komplexer werden Filme des 1962 in Groningen geborene Aernout Mik kreisen um das Verhältnis von Individuum und Masse, grundiert von einem Moment der Krise und des Kollapses unserer gesellschaftlichen Ordnung.

In teilweise aufwändig konstruierten Sets und in der Regel mit Laiendarstellern inszeniert Mik einen Reigen latent unheilvoller Szenen mit tragikomischen Untertönen. In Aernout Miks von unaufhebbarer Unordnung und Unsicherheit geprägten Welt gibt es keine erkennbare Ursache für das hereinbrechende Chaos oder die immer wieder aufblitzenden Gewalttätigkeiten.

Menschen erscheinen als kommunikationsunfähige Wesen, die fast schlafwandelnd in Tätigkeiten verstrickt sind, die, obwohl sie beinahe immer in größeren Gruppen stattfinden, nie wirklich aufeinander bezogen sind und im Grunde eine Beckettsche Sinn- und Ziellosigkeit ausstrahlen. Dies umso mehr, als der Künstler in all seinen künstlerischen Settings nicht nur konsequent das Prinzip von Ursache und Wirkung aushebelt, sondern auch die Linearität der Zeit in ein zyklisch-zähes, stillstehendes Kreisen verwandelt.

Ihre zwingende räumliche Form gewinnen diese latent surrealen Investigationen über die unfassbare Struktur des Kollektiven durch eine Inszenierung, die konsequent die üblichen Black-Box-Video-Präsentationsweisen unterläuft.

In den Raum hineinlaufende, oft gekurvte, meist nur halb hohe Wände mit Rückprojektionen, die mit dem Boden abschließen, verbinden das bewegte Bild nicht nur schlüssig mit dem umgebenden Raum, sondern integrieren den Betrachter auch direkt in den Wirkungsbereich der Arbeit, ohne andererseits die Konstruiertheit der Szene zu leugnen.

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