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Erwiderte Blicke. Porträts 1969 - 2006

Chuck Close
Erwiderte Blicke. Porträts 1969 - 2006

Fotos der Eröffnung am 25.05.2007

26.05. - 02.09.2007

Chuck Close, Leslie, 1972-73, Aquarellfarbe auf Papier, aufgezogen auf Leinwand, 184.2 x 144.8 cm, Privatsammlung, New York

Der amerikanische Künstler Chuck Close (*1940) zählt international zu den führenden Vertretern einer Malerei, die sich an der sichtbaren Wirklichkeit orientiert und daraus Bilder von faszinierender Eigenständigkeit gewinnt. Chuck Close tritt vor allem mit großformatigen Porträts an die Öffentlichkeit, die in ihrer Detailtreue ebenso atemberaubend sind wie in ihrer magischen Gesamtwirkung als zeitgenössische Ikonen des menschlichen Antlitzes. Dabei gelingt es ihm, in der Verbindung von Fotografie und malerischer Umsetzung eine intensive Bildwahrnehmung zu erzeugen, die sowohl dem Betrachter unvergesslich bleibt als auch den Dargestellten in ein Abbild von zwingender Gültigkeit überführt.

Obwohl die Modelle - Familie, Künstlerkollegen und Freunde - dem nächsten Umfeld von Chuck Close entstammen, wirken ihre Darstellungen niemals privat, sondern behaupten sich souverän im bildinternen Diskursgeflecht der Kunst. Am eindringlichsten ist dies in den Selbstporträts zu erfahren, die das gesamte Werk als Leitmotiv begleiten und die beispielhaft Auskunft über das produktive Wechselspiel von Experiment und Gewissheit geben, welches bis heute das künstlerische Oeuvre von Chuck Close prägt und vorantreibt. 

Chuck Close, Fanny Fingerpaiting, 1985

In Kooperation mit dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia in Madrid, dass diese akzentuierte  Werkschau in leicht modifizierter Form vom 6. Februar bis zum 7. Mai 2007 zeigt, präsentiert nun das Ludwig Forum in Aachen als zweite und abschließende Station die Ausstellung mit 28 großformatigen Arbeiten aus allen Schaffensphasen des Künstlers. Konzipiert von dem amerikanischen Kurator Klaus Kertess, der als früherer Galerist und heutiger Ausstellungsmacher und Autor bestens mit der Werkentwicklung von Chuck Close vertraut ist, wird die Ausstellung in drei großen Raumbereichen des Ludwig Forums zu sehen sein.

Den Beginn bilden die frühen, vorrangig in Schwarz-Weiß gehaltenen Porträts der ersten Wegbegleiter. Von ihnen besitzt die Sammlung Ludwig in Aachen mit "Richard" (Serra) eine zentrale Arbeit aus dem Jahr 1969, die hier gemeinsam mit "Phil" (Glass) und "Klaus"(Kertess) vorgestellt wird und durch die bereits farbigen Arbeiten "John" (Chamberlain) oder "Leslie" (Close) auf das sinnfälligste ergänzt wird.

Den mittleren Raumbereich dominieren Ansätze, die die Bildoberfläche mosaikartig aufbrechen und wo die jeweilige Gesichtslandschaft aus einer großen Zahl von Bildpunkten gewonnen wird. Diese können, wie etwa im Selbstporträt  von 1987, mit dem Pinsel aufgetragen worden sein, sie können aber auch, wie im Bildnis der älteren Tochter Georgia, aus Schichten von Papiermaché bestehen, die einen putz- und reliefartigen Charakter erzeugen. Sie können sogar direkt als "fingerpainting" ausgeführt worden sein, wie das faszinierende Porträt der Großmutter seiner Frau, "Fanny" beweist, das einen enormen Grad an Lebensnähe erreicht und das das faltenreiche Gesicht der alten Dame akribisch in eine biografische Landschaft verwandelt.

Chuck Close, Self-Portrait 1997, MOMA

Die Reihe der Porträts, die seit 1989 in ungebrochener Folge entstanden sind und die sich im Ludwig Forum Aachen im dritten Raumbereich versammeln, beweist dann die konsequente Fortschreibung des einmal entwickelten Bildprogramms. Diagonale Raster aus gleich großen Quadraten zergliedern nun die Oberfläche und unterwerfen jedes Motiv einer prismatischen Brechung, wodurch die Wahrnehmungsaktivität des Betrachters erheblich erhöht wird und das ehemals statische Bild zur dynamischen Projektionsfläche gerät. Mit dieser zeit- und arbeitsintensiven Aufladung – jedes Bild benötigt mindestens ein Jahr zur Fertigstellung – gelingt Chuck Close jenseits der Moden immer wieder eine aktuelle Fassung des Menschenbildes, die mit Hilfe der sichtbaren Gestalt noch immer das unfassbare Wesen zu ergründen sucht.

Bedeutende Museen, private Leihgeber aus Europa und vor allem aus den USA (unter anderem MoMA New York, National Gallery Washington, Art Institute Chicago, MUMOK Wien, Ludwig Museum Budapest) haben durch ihre großzügigen Leihgaben die Ausstellungen in Madrid und Aachen in dankenswerter Weise ermöglicht. Die Ausstellung wird begleitet von einem informativen Katalog, 160 Seiten, mit einem Booklet in deutscher Sprache. Gefördert von: Peter und Irene Ludwig Stiftung, Kunststiftung NRW, Stadt Aachen.

Katalog: 29,90€

Öffentliche Führungen: sonntags 12 Uhr
Buchung von Führungen (auch außerhalb der Öffnungszeiten):
Karl-Heinz Jeiter, Tel. 0241/1807-115
oder karl-heinz.jeiter@mail.aachen.de

Museumseintritt Euro 5.00 / erm. Euro 2,50

Pauschalangebot des Verkehrsvereins Bad Aachen (PDF)

Weitere Angebote zur Ausstellung finden Sie im
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Fotos des Eröffnungsabends mit 1500 Besuchern

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