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Kunstpreis Aachen 2004

Andreas Slominski

Auf der Jurysitzung des Kunstpreises Aachen wurde nach intensiver Diskussion einstimmig zugunsten von Andreas Slominski (*1959) votiert. Der Künstler, der zu den wichtigsten Impulsgebern einer an Skulptur und Konzept orientierten Gegenwartskunst zählt, hat Fallen und Finten zum Zentrum seines Werkbegriffes erklärt. Ausgehend von hintersinnigen Konstruktionen, die Strategien des Tarnens, Überlistens und Fangens in den öffentlichen Kunstbetrieb schleusten, entwickelte er innerhalb der letzten Jahre einen exemplarischen Umgang mit Dingen, Situationen und Prozessen hinsichtlich einer verborgenen und unberechenbaren Gegenwirklichkeit.

In diesem Sinne inszeniert er, oft mit beträchtlichem Aufwand und das Umständliche geradezu als Erkenntnismodus begreifend, verstörende Umkehrungen einer allzu routinierten Alltagserfahrung. Tierfallen, Windmühlenflügel, Öfen zum Verbrennen von Astgabeln, Unterwassermelkmaschinen und Transportsysteme für Hustensaft gehören dabei ebenso zum skurrilen Inventar wie der Nachklang aufsehenerregender Aktionen (etwa „Ausheben der Laterne für das Umlegen des Reifens" oder die Golfball-Aktion für das Museum Haus Esters in Krefeld). Immer legt Andreas Slominski das Doppelbödige der Existenz frei, verkleidet die Abgründe mit Humor und zieht sich selbst in die durch das Werk legitimierte Abwesenheit des Erfinders zurück.

Preisverleihung:
10.12.2004

Der Verein der Freunde des Ludwig Forums e.V. bietet eine Edition von Andreas Slominski zum Verkauf an.

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