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: Ausstellungen/Exhibitions : Archiv : Ausstellungen 2008 : Echolot

Echolot

21.06.-24.08.08

Barbara Brouwers&Petra Kather, Trümmerwesen am Fundort 2008

Im Mittelpunkt der Ausstellung Echolot steht eine künstlerische Entdeckungsreise durch die Landschaftsregion des Aachener Nordens. Zwar ist die Soers durch ihre Nähe zum Stadtzentrum vielen sehr vertraut, zugleich jedoch gehört sie als unmittelbare Umgebung zu den oftmals weniger bewusst wahrgenommenen Orten. Umso spannender war es für uns, den Lehrenden und Studenten der RWTH Aachen, der Fachhochschule Aachen und der Academie Beeldende Kunsten Maastricht sowie Vertretern des Baudezernats für Planung und Umwelt, die zumeist unbekannten Areale und geheimnisvollen Relikte dieser Landschaft aufzuspüren. Wir lernten dabei die Bedeutungsvielfalt und komplexe Nutzung der Soers kennen, die in den verschiedenen „Soerser Interessen“ zum Ausdruck kommt. Sie betreffen die Anwartschaften der Agrarwirtschaft, der industriell und ländlich geprägten Baugeschichte, der Natur- und Artenschützer sowie der Freizeit- und Naherholungsplaner. Wir begannen gemeinsam die unterschiedlichen „Sedimente“ der Landschaft aus künstlerischer Sicht freizulegen. Die dabei entstandenen künstlerischen Ergebnisse werden vom 21.6. – 24.8.2008 im Ludwig Forum zu sehen sein.

 

Das Hauptaugenmerk der Ausstellung bilden Naturbeobachtungen und Exponate, die dem morbiden Charme verfallener Industriearchitekturen gewidmet sind. Die Pattern der Natur aber auch die Muster technischer und architektonischer Elemente inspirierten die von Prof. Michael Schulze angeleiteten Studenten der RWTH zu einem monumentalen dreiteiligen Relief aus Gipsabdrücken. Aus den zu Büchern gebundenen Skizzen und Fundstücken entstand zugleich eine im Halbrund gestaltete Bibliothek. Auch Marlieke Meyer und Janine Berben der Maastrichter Akademie beschäftigen sich mit den entlang der Bachläufe gelegenen Brachen der Tuchindustrie des 19 Jh. Marlieke Meyers Objekte und Fotografien untersuchen das Verhältnis von Manufaktur und Mensch; Janine Berben hat alte, in der Fabrik gefundene Kettfäden und graue Flechten mit hellem Filz zu wuchernden Kokons verwoben. Im Druckgraphischen Seminar der RWTH von Gazmend Kalemi entstanden in klassischen Techniken ausgeführte Graphiken. Epischen Landschaftsdarstellungen der Soers stehen Blicke in dunkle Innenräume verlassener Werkshallen gegenüber. Darüber hinaus führen die Radierungen von Miriam Humer in die filigrane Welt der Gräser- und Wiesenblumen, die die heimischen Wegesränder säumen.

Die zahlreichen Funde von Knöpfen in der Soers, die auf die früher übliche Nutzung von Agrarland als Halde und als Schuttplatz für die Trümmer des 2.Weltkriegs verweisen, bildete die Basis der Wandinstallation und „Trümmerwesen“ von Barbara Brouwers und Petra Kather. Eine weitere Besonderheit der Soers ist die Jahrhunderte währende Tradition der Gärtnerbetriebe. Sie kommt in der Serie inszenierter Fotografie von Prof. Ilka Helmig und ihrem Seminar der FH Aachen zum Ausdruck, da die skurrilen Bauten der Kloster-Gewächshäuser den Hintergrund für eine bizarre Dramaturgie bilden.

Auch zwei Video-Arbeiten befassen sich mit der Region: so unterlegt Sandrien Wansink von der Maastrichter Akademie in ihrer Sound-Videoinstallation die mit den Jahreszeiten wechselnde Naturidylle durch das gleichmäßig lärmende Geräusch  der Stadtautobahn, als Merkmal einer Landschaft in Stadtnähe. In seinem Zeichentrickfilm greift Kamil Keister der FH Aachen scherzhaft den Aachener Teufelsglauben auf und unterzieht den Aachener Lousberg einer überraschenden Metamorphose. In seinem zweiten Zeichentrickfilm wird die schützenswerte Vogelwelt im mutigen Kampf mit den Anlagen für den Breitensport gezeigt.

Eröffnung:  20.6.2008, 20.00 Uhr

 

Das Ausstellungsprojekt ist ein Beitrag zur landschaftlichen Neugestaltung anlässlich der EUREGIONALE 2008

Marlieke Meyer, Kantinenfrau 2008

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