|
 Foto: Andreas Herrmann
Die Sammlung Ludwig zog im Frühjahr 1991 von der "Neuen Galerie" im Alten Kurhaus an der Komphausbadstraße in das ehemalige Fabrikgebäude an der Jülicher Straße, Ecke Lombardenstraße. Seither heißt es "Ludwig Forum für Internationale Kunst". Der Bau war im Jahr 1928 von dem Aachener Architekten Josef Bachmann entworfen worden und beherbergte zunächst die größte Schirmfabrik Europas, die Schirmfabrik Emil Brauer. Hier wurden in Spitzenzeiten täglich rund 10000 Schirme produziert, die in die ganze Welt verschifft wurden.
Zu den typischen Charakteristika des im Baushausstil gehaltenen Fabrikgebäudes und späteren Museum gehören die Abrundung der Eckbegrenzung, die Verblendung der Stahlbeton-Skelettbauweise durch gelbe und rote Klinker sowie das Spiel mit geometrischen Grundformen, wie etwa das Rundfenster über dem ehemaligen Haupteingang und die in Rechtecke gegliederten Fensterflächen.

Im Laufe der Jahrzehnte war die Belegschaft der Firma Brauer durch den fortschreitenden Technikeinsatz in der Produkution von bis zu 1000 Mitarbeitern in den Boomjahren auf rund 100 zusammengeschrumpft. Im Jahr 1988 sah sich das Unternehmen Emil Brauer gezwungen, das Gebäude in der Jülicher Straße aufzugeben, da eine dringend erforderliche Erweiterung aus Gründen des Denkmalschutzes nicht möglich war.
Die Stadt Aachen kaufte die Schirmfabrik sowie die dahinter liegende Gärtnerei und ließ das Gebäude durch und durch das Aachener Architekturbüro von Professor Fritz Eller zum Museum um- und ausbauen. Die zweigeschossige, an der Jülicher Straße dreigeschossige Rahmung der 3000 Quadratmeter großen Sheddachhalle wurde entkernt und in abwechslungsreiche, größtenteils mehrgeschossige Ausstellungsräume verwandelt. Das Gerüst des Skelettbaus blieb dabei deutlich erkennbar.
In der Mitte der Halle wurde das "Quadrum" ausgehoben, eine quadratische Vertiefung, die - ganz im Sinne des Forum-Gedankens - bis heute als Versammlungsort und Aktionsraum genutzt wird. Im Untergeschoss wurde ein Theater, "the space", errichtet, in dem Performance-, Musik-, Film- und Tanztheater-Veranstaltungen stattfinden. Die vier Eckzonen beherbergen die Bibliothek, die Restaurierung, die Werkstatt mit Seminarraum und das Restaurant "Parapluie". Der Museumspark mit offenem Theater und Skulpturenareal bietet dem Besucher die Möglichkeit, auch im Freien Kunst zu erleben. Seit Mai 2010 wird er schrittweise umgestaltet.
Das Ludwig Forum an der Jülicher Straße hat sich seit dem Jahr 1991 nicht nur in der Region, sonders auch überregional und international als Haus der Kunst und Kultur der Gegenwart etabliert.
Weiterführende Links:
Ludwig Forum: Haus der Kunst und Kultur der Gegenwart
LUFO-Park
| zurück | Forum
|